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Todesstrafe
Hängt ihn auf! An den nächsten Baum! So brüllten einige
und die dumme Masse folgte.
Dann kam der Pfarrer und stellte sich auf die Erhöhung,
auf der der Beschuldigte an einen Pfahl gebunden stand. Es wurde still.
Gespannt schauten alle auf den Pfarrer, der sich erkundigte, worum es ging,
anstatt die Bibel herauszuziehen und sie zu ermahnen, dass dort steht: „Du
sollst nicht töten!“ „Der soll den ersten Stein werfen, der keine Sünden
begangen hat!“ oder „Wollt ihr genauso sein, wie gemeine Mörder?“
Als die Menge merkte, dass der Pfarrer keine Einwände
hatte, sondern nur das Recht beanspruchte, das letzte Geständnis abzunehmen,
weil er dafür ja später von der Gemeinde bezahlt würde, wurden sie wieder
lauter.
Der Richter traf ein. Wieder beruhigten sie sich. Anstatt
die Leute davon zu unterrichten, was auch er hätte wissen müssen: Der Staat
und das Gesetz ist nach Hume ein Vertrag zwischen den verschiedenen
Mitgliedern einer Gemeinschaft, will bei Regelungen helfen und wo nötig, das
Benehmen der Täter durch angemessene Strafe bessern, aber vor allem will es
unumkehrbare Schäden verhindern, und der Tod ist endgültig, ließ auch er sich
überzeugen, da er ja von den Leuten bezahlt wurde, die da gerade lynchen
wollten.
Ein dritter stellte sich ein. Angeblich der Klügste von
ihnen, den sie zu ihrem Vertreter gewählt hatten. Er war ein gelehrter und
belesener Mensch, hatte Geschichte studiert. Aber wagte nicht dem wütenden
Pöbel zu widersprechen, weil er wusste, dass die Mehrheit zuerst immer Recht
hat und danach für ihre Missetaten nicht verantwortlich sein will.
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Else
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Else
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Else
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Else
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Else
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Montag, 9. Februar 2015
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